Hoobastank – Push Pull – Review

Hoobastank – Push Pull – Review

Ein weiser Mensch sagte einmal: Wenn du nichts Nettes zu sagen hast, dann sag am besten gar nichts. Aber manchmal muss das einfach raus.

Sechs Jahre nach dem letzten Album „Fight Or Flight“ veröffentlichen Hoobastank nun ihr Album „Push Pull“. In ihrer Musikkarriere übrigens das sechste Album. Das erste mit dem gleichnamigen Titel „Hoobastank“ erschien 2001. In dieser Zeit hat sich viel getan. Immerhin verändern sich Menschen in siebzehn Jahren. Musiker verändern teilweise ihr Genre um im Gespräch zu bleiben. Aber warum?

Als Vorgeschmack gab es bereits die Songs „Push Pull“ und „More Beautiful“ zu hören. Der langjährige Hoobastank-Fan wird dabei schon leicht die Augenbraue nach oben gezogen und sich gedacht haben: „Was ist das denn?“ Aber zumindest hat man sich nach mehrmaligem Hören an die Songs gewöhnt.

Die Stimme von Frontmann Doug Robb ist Hoobastank Fans als vielseitig bekannt. Erst kürzlich wurde der Song „Not Strong Enough“ von und mit Apocalyptica und Doug Robbs‘ Stimme neu interpretiert. Nur leider kommt Dougs Stimme da nicht wirklich gut zur Geltung.

Seit wann ist es eigentlich modern, als Mann wie eine Frau zu klingen? Wenn man nicht gerade AC/DC ist oder Adam Levine (Maroon 5), bei denen die hohen Stimmen zum Genre passen, muss man(n) doch nicht in jedem zweiten Song eine solche an den Tag legen. Der kleine Unterschied: weder AC/DC noch Maroon 5 haben über die Jahre ihre Musik verändert.

Allerdings ist nun mit „Push Pull“ wahr geworden, was man schon auf „Fight Or Flight“ ahnte. Die Platte entpuppt sich mehr und mehr als poppige Chartsmusik anstatt mit außergewöhnlichem Alternative-Sound zu überraschen, den man gerne mal lauter dreht.

Songs wie „Same Direction“, „Out Of Control“ oder „Crawling In The Dark“, kurzum Songs mit eingängiger Melodie und besagtem typischen Hoobastank-Alternative-Sound, sucht man auf „Push Pull“ vergeblich.

Wenn man sich an „If I Were You“ erinnert, weiß man, dass Doug auch eingängige Balladen kann. Aber wo in aller Welt haben er und seine Band diese auf „Push Pull“ gelassen?

„Head Over Heels“ beispielsweise macht nach zwei, drei Mal hören einen guten Eindruck, ganz im Hoobastank Stil der 2000er Jahre. Aber plötzlich schlägt der Song in ein nicht mehr enden wollendes „la la la la la“ um. Da hat man nicht wirklich Lust, den Song zu Ende zu hören.

Man könnte meinen „Just Let Go (Who Cares If We Fall)“ ist das Sinnbild des Albums. Nach dem Motto: „Ganz egal wie die Leute es finden, wir damit auf die Nase fallen. Wir machen jetzt Pop-Musik.“ Einzig „We Don’t Need The World“ schafft es unter den langsameren Stücken ein wenig an „If I Were You“ heran. Aber selbst „Incomplete“ vom Album „Fight Or Flight“ hat sich nach und nach mehr im Kopf festgesetzt als die komplette neue Platte. „Incomplete“ klang schon eher wie Radio-Pop, aber trotzdem noch mit dem typischen Hoobastank-Touch und eingängier Melodie. Aber die lassen sich auf „Push Pull“ einfach nicht finden. Auch nach zehn Mal hören nicht.

Irgendwie erinnert das ganze an Bush. In den 90er Jahren eine vielfach gefeierte Rock Band. Frontmann Gavin Rossdale wurde oft mit Kurt Cobain und dem Genre Grunge verglichen. Und die letzten beiden Alben? Mehr Radiopop als Rock oder Alternative, geschweige denn Grunge.

Ach, Hoobastank. Eine Band mit soviel Potential, die davon aber so wenig ausschöpft.

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Bewertung des Autors

Plattencover
3/5
Anzahl der Songs
4/5
Sound
2/5
Gesamteindruck
2/5

2.6

Fair
2.6

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